ChatGPT für Coaches: 3 einfache Prompts für deinen nächsten Blogartikel
Du hast den Schritt gewagt. Du bist fachlich qualifiziert, hast vielleicht deine Festanstellung hinter dir gelassen und baust dir nun deine ortsunabhängige Selbstständigkeit als Coach, Beraterin oder Therapeutin auf. Du weißt, dass du sichtbar werden musst, um Klientinnen zu gewinnen. Ein eigener Blog ist dafür ein hervorragendes Mittel. Doch oft sitzt du vor dem leeren Bildschirm, die Zeit drängt, und die Worte wollen einfach nicht fließen. Vielleicht hast du schon von ChatGPT gehört, zögerst aber noch. Die Sorge: „Klingt das dann überhaupt noch nach mir? Verliere ich meine Authentizität?“
Lass uns diese Zweifel gemeinsam ausräumen. Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz für deine Empathie, deine Erfahrung und deine Persönlichkeit. Sie ist vielmehr eine fleißige Schreibassistenz, die dir hilft, Struktur in deine Gedanken zu bringen und den ersten Entwurf schneller aufs Papier zu bekommen. In diesem Artikel zeige ich dir drei einfache, sofort anwendbare Prompts – also Arbeitsanweisungen für die KI –, mit denen du deinen nächsten Blogartikel effizient vorbereitest und dabei ganz du selbst bleibst.
Warum KI deine eigene Stimme nicht ersetzen kann (und soll)
Gerade in helfenden und beratenden Berufen kaufen Menschen von Menschen. Deine Klientinnen kommen zu dir, weil sie dir vertrauen und sich von deiner Art angesprochen fühlen. Eine KI hat keine eigenen Erfahrungen gemacht, sie hat keine Krisen durchlebt und keine echten Erfolge gefeiert. Sie kann nur Muster erkennen und Texte aus bestehenden Informationen zusammensetzen.
Deshalb ist es so wichtig, dass du ChatGPT nicht als Autorin deines Blogs siehst, sondern als Werkzeug. Die KI liefert dir das Gerüst, die Ideen und vielleicht den ersten Rohtext. Den Feinschliff, die persönlichen Anekdoten und die emotionale Tiefe fügst du selbst hinzu. So sparst du Zeit bei der Recherche und Strukturierung, behältst aber die volle Kontrolle über deine Botschaft.
Die Vorbereitung: So stellst du ChatGPT auf dich ein
Bevor wir zu den eigentlichen Prompts kommen, gibt es einen wichtigen Schritt: Du musst der KI sagen, wer du bist und mit wem du sprichst. Wenn du ChatGPT einfach nur bittest, einen Artikel über „Stressbewältigung“ zu schreiben, bekommst du einen generischen, austauschbaren Text.
Kontext ist alles
Gib der KI einen klaren Rahmen. Beschreibe deine Rolle, deine Zielgruppe und den gewünschten Tonfall. Ein guter Start-Prompt könnte so aussehen:
„Du bist meine Schreibassistenz. Ich bin [deine Berufsbezeichnung, z.B. psychologische Beraterin] und helfe [deine Zielgruppe, z.B. Frauen in beruflichen Umbruchphasen]. Mein Schreibstil ist ruhig, klar, empathisch und fachlich fundiert. Ich duze meine Leserinnen. Bitte merke dir diese Rolle für unsere weitere Unterhaltung.“
Wenn du diesen Kontext gesetzt hast, werden die Ergebnisse der folgenden Prompts deutlich besser zu dir passen.
Prompt 1: Die Ideenfindung für deine Zielgruppe
Oft ist die größte Hürde, überhaupt ein passendes Thema zu finden. Du kennst deine Klientinnen gut, aber manchmal fehlt der zündende Funke für einen Artikel, der wirklich gelesen wird. Hier hilft ChatGPT als Brainstorming-Partner.
„Nenne mir 5 konkrete, alltägliche Herausforderungen, die meine Zielgruppe [Zielgruppe kurz benennen] aktuell beschäftigen. Entwickle daraus für jede Herausforderung eine Idee für einen Blogartikel, der eine erste, machbare Lösung anbietet. Formuliere für jede Idee eine ansprechende Überschrift.“
Warum das funktioniert: Du zwingst die KI, aus der Perspektive der Probleme deiner Klientinnen zu denken. So entstehen Themen, die echten Mehrwert bieten und nicht nur theoretisches Wissen vermitteln. Eine Heilpraktikerin für Psychotherapie könnte zum Beispiel Themen wie „Wenn der Alltag zu viel wird: Erste Schritte aus der Erschöpfung“ erhalten – ein Titel, der ihre Zielgruppe direkt anspricht.
Prompt 2: Die Struktur für deinen Blogartikel
Du hast ein Thema gefunden. Bevor du nun anfängst, wild drauflos zu schreiben, brauchst du einen roten Faden. Eine klare Gliederung hilft dir, beim Schreiben nicht abzuschweifen, und macht den Artikel für deine Leserinnen leichter erfassbar.
„Ich möchte einen Blogartikel zum Thema [gewähltes Thema aus Prompt 1] schreiben. Das Ziel des Artikels ist es, den Leserinnen [Ziel des Artikels, z.B. Mut zu machen und drei konkrete Tipps für den Alltag zu geben]. Erstelle mir eine logische Gliederung mit einer Hauptüberschrift (H1) und 4–5 Zwischenüberschriften (H2). Notiere zu jeder Zwischenüberschrift in Stichpunkten, was dort inhaltlich behandelt werden soll.“
Warum das funktioniert: Du erhältst ein fertiges Gerüst. Du musst dich nicht mehr fragen, was als Nächstes kommt, sondern kannst die Stichpunkte einfach mit deinem Fachwissen und deinen eigenen Worten füllen. Das ist besonders hilfreich, wenn du wenig Zeit hast oder das Schreiben noch ungewohnt ist.
Prompt 3: Der Feinschliff für deine authentische Sprache
Du hast deinen Text geschrieben – entweder selbst oder auf Basis eines KI-Entwurfs, den du überarbeitet hast. Jetzt geht es darum, den Text runder und flüssiger zu machen, ohne dass er künstlich wirkt.
„Hier ist mein Entwurf für den Blogartikel. Bitte überarbeite den Text hinsichtlich Lesbarkeit und Rechtschreibung. Achte darauf, dass der ruhige, empathische und klare Tonfall erhalten bleibt. Vermeide werbliche Phrasen und komplexe Schachtelsätze. Mache den Text flüssiger, aber verändere nicht meine Kernaussagen. Hier ist der Text: [Dein Text]“
Warum das funktioniert: Du nutzt die KI als Lektorin. Sie glättet unrunde Formulierungen, lässt aber deine inhaltliche Handschrift unangetastet. Lies den überarbeiteten Text anschließend laut durch. Klingt er nach dir? Dann ist er fertig.