Woche 1: Das technische Fundament und die WLAN-Sicherheit
In der ersten Woche an deinem neuen Ort geht es nicht darum, sofort die Umgebung zu erkunden, sondern dein Arbeitsfundament zu sichern. Technikfrust ist eine der größten Hürden beim Start in die Ortsunabhängigkeit – aber er lässt sich durch gute Vorbereitung fast vollständig vermeiden.
Die Grundausstattung für professionelle Coachings
Du brauchst kein hochkomplexes Setup. Ein zuverlässiger Laptop, ein gutes Headset für klare Audioqualität in deinen Sitzungen und eine ergonomische Maus reichen für den Anfang völlig aus. Wichtiger als die Menge der Technik ist, dass sie funktioniert. Teste deine Ausstattung in Ruhe, bevor du das erste Klientengespräch führst. Prüfe außerdem, ob deine Videokonferenz-Software (zum Beispiel Zoom oder Teams) auf dem neuesten Stand ist.
Wenn du Unterkünfte buchst, lies die Bewertungen auf Plattformen wie Airbnb genau durch und frage im Zweifel vor der Buchung gezielt nach einem Screenshot des Internetgeschwindigkeitstests. Eine stabile Verbindung mit mindestens 25 Mbit/s im Download ist für professionelle Videocoachings empfehlenswert.
Datensicherheit und VPN: Kein Hexenwerk
Als Coach arbeitest du mit sensiblen Daten. Wenn du dich in fremde WLAN-Netzwerke einloggst – zum Beispiel im Airbnb, im Café oder im Coworking Space – ist eine sichere Verbindung Pflicht. Hier kommt ein VPN (Virtual Private Network) ins Spiel. Ein VPN verschlüsselt deine Internetverbindung und schützt die Daten deiner Klientinnen vor unbefugtem Zugriff. Die Einrichtung ist heute sehr einsteigerfreundlich und erfordert keine tiefen IT-Kenntnisse. Es ist ein einfacher Schritt, der dir sofort ein sicheres Gefühl gibt und gleichzeitig deinen Datenschutzpflichten als Beraterin gerecht wird.1
Woche 2: Deine neue Tagesstruktur fernab der Heimat
Ohne die gewohnten Strukturen von zu Hause kann der Tag schnell zerfließen. In der zweiten Woche liegt dein Fokus darauf, dir einen neuen Rhythmus aufzubauen – einen, der zu dir passt und nicht zu dem, was du auf Instagram siehst.
Routinen, die dir Halt geben
Ortsunabhängigkeit bedeutet nicht Strukturlosigkeit. Im Gegenteil: Je flexibler dein Ort, desto fester sollten deine inneren Routinen sein. Beginne den Tag mit einer Gewohnheit, die dir gut tut – sei es ein Spaziergang, eine kurze Meditation oder einfach in Ruhe einen Kaffee trinken, bevor du den Laptop aufklappst. Lege feste Arbeitsblöcke für deine Coachings und für die Arbeit an deinem Business fest, zum Beispiel für Marketing oder die Vorbereitung von Sitzungen.2
Eine bewährte Methode ist die sogenannte Zeitblock-Methode: Du teilst deinen Tag in klar definierte Blöcke ein (zum Beispiel 9–12 Uhr für Coachings, 13–15 Uhr für Business-Aufgaben) und schützt diese Zeiten konsequent.
Die Balance zwischen Arbeit und Entdeckung
Es ist verlockend, an einem neuen Ort sofort alles sehen zu wollen. Doch du bist nicht im Urlaub, du lebst und arbeitest dort. Erlaube dir, langsam anzukommen. Teile dir deine Zeit so ein, dass du nachmittags oder an den Wochenenden die Umgebung erkundest, ohne dich selbst zu übergehen oder deine Arbeit zu vernachlässigen. Diese bewusste Trennung ist keine Einschränkung, sondern ein Akt der Selbstfürsorge.
Woche 3: Ein professionelles Umfeld schaffen
In der dritten Woche hast du dich akklimatisiert und kannst deine Arbeitsumgebung optimieren. Jetzt geht es darum, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass du dauerhaft professionell und mit Freude arbeiten kannst.
Coworking Space vs. Airbnb-Schreibtisch
Vielleicht merkst du, dass dir am Küchentisch in deiner Unterkunft die Decke auf den Kopf fällt. Ein Coworking Space kann eine wunderbare Lösung sein. Er bietet dir nicht nur eine professionelle Infrastruktur (schnelles Internet, ergonomische Stühle, Drucker), sondern auch die Möglichkeit, dich mit anderen Selbstständigen auszutauschen. Das hilft enorm gegen das Gefühl der Isolation, das viele am Anfang begleitet. Viele Coworking Spaces bieten zudem schallisolierte Kabinen (sogenannte Phone Booths) an, in denen du vertrauliche Gespräche führen kannst – ideal für Coachings.3
Wenn du lieber in deiner Unterkunft arbeitest, investiere in eine kleine Aufwertung deines Schreibtischs: ein externes Licht für bessere Videoqualität, ein Rückenpolster für den Stuhl, ein Schreibtischorganizer. Kleine Veränderungen machen einen großen Unterschied.
Grenzen setzen und Selbstfürsorge integrieren
Gerade wenn Arbeit und Freizeit am selben Ort stattfinden, verschwimmen die Grenzen schnell. Lerne, deinen Laptop abends bewusst zuzuklappen und einen klaren Feierabend zu definieren. Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern die Basis für deine Tragfähigkeit als Coach. Nur wenn du gut für dich sorgst, kannst du auch für deine Klientinnen da sein – und das gilt besonders dann, wenn du ortsunabhängig arbeitest und die gewohnten sozialen Ankerpunkte fehlen.
Woche 4: Tragfähigkeit prüfen und Routinen festigen
Die letzten Tage deines ersten Monats dienen der Reflexion. Du hast nun erste Erfahrungen gesammelt und kannst ehrlich Bilanz ziehen.
Was funktioniert gut, was darf sich ändern?
Nimm dir bewusst Zeit, um zu prüfen: Passen deine Arbeitszeiten zu deinem Biorhythmus? Ist die Internetverbindung stabil genug für deine Ansprüche? Fühlst du dich wohl mit der Balance aus Arbeit und Freizeit? Hast du ausreichend Kontakt zu anderen Menschen? Es ist völlig normal, dass nicht alles auf Anhieb perfekt läuft. Die Ortsunabhängigkeit ist ein Lernprozess. Passe deine Strukturen sanft an, ohne dich dafür zu verurteilen.
Wenn du merkst, dass du in dieser Phase noch mehr Orientierung brauchst – zum Beispiel beim Aufbau eines tragfähigen Businessmodells oder bei der Frage, wie du dein Coaching-Angebot ortsunabhängig gestaltest – ist das ein guter Zeitpunkt, um dir professionelle Unterstützung zu holen. Du kannst beispielsweise den AVGS für das Gründungscoaching nutzen, um gemeinsam mit einem Coach einen soliden Businessplan für dein ortsunabhängiges Vorhaben zu entwickeln.