Julia

berufliche Übergänge  Frauen in Führung  Gründung

Jobcoaching, Gründungscoaching
deutsch, englisch
online
Wie war dein Weg vor dem Coaching, welchen Beruf oder welche Ausbildung hattest du davor?
Ich habe an der Fu Berlin BWL studiert und mit Diplom-Kauffrau abgeschlossen. Beruflich gestartet bin ich national und international im Marketing/Vertrieb in der Medizintechnik. Dann habe ich in die Verbändewelt gewechselt und war über 15 Jahre Verbandsgeschäftsführerin auf regionaler Ebene, Landeseben und im Bundesverband.
Was hat dich dazu gebracht, Coach zu werden?
Mein Ehrenamt bei den Wirtschaftsjunioren. Trainings- und Persönlichkeitsentwicklung gehören dort zum Angebot. Ich habe dort meine erste Trainerausbildung gemacht und große Freude daran entwickelt, Menschen auf Ihrem persönlichen Weg zu begleiten und habe selbst erfahren, wie wichtig es ist und gut tut, wenn man jemanden an seiner Seite hat und nicht alle Fragen und Hürden des Lebens mit sich alleine ausmachen muss.
Wie würdest du deine Arbeitsweise in ein, zwei Sätzen beschreiben?
Ich höre genau hin, stelle Fragen, die wirklich weiterführen und bringe Struktur in Situationen, die sich gerade unübersichtlich oder festgefahren anfühlen. Dabei verbinde ich Empathie mit Klarheit und berufliche Erfahrung mit ehrlichem Feedback, damit aus Gedanken konkrete nächste Schritte werden.
Was sind deine ein bis drei Schwerpunkte?
Berufliche Übergänge für erfahrene Fach- und Führungskräfte
Frauen in Führung & männlich geprägten Arbeitswelten,
Gründung aus Berufserfahrung
Für wen ist dein Coaching besonders gut geeignet? Für wen eher nicht?
Mein Coaching ist besonders gut für Menschen, die bereits viel Berufs- und Lebenserfahrung mitbringen und trotzdem oder gerade deshalb an einem Punkt im Leben stehen, an dem sie sich fragen: Was ist jetzt der richtige nächste Schritt für mich? Menschen, die gerade nicht klar sehen, wie es weitergehen soll. Die etwas verändern wollen, neu sortieren oder aus ihrer Erfahrung etwas Eigenes entwickeln möchten. Gemeinsam sortieren wir Erfahrungen, Stärken und Möglichkeiten, hinterfragen auch vermeintliche Selbstverständlichkeiten und entwickeln daraus konkrete nächste Schritte. Dabei kann es genauso um die Frage „Was will ich beruflich als Nächstes?“ gehen, wie um „Was genau ist eigentlich mein Angebot und wie mache ich daraus ein Geschäft?“
Nicht geeignet ist mein Coaching für Menschen, die fertige Antworten erwarten und sich nicht selber entwickeln oder ins Handeln kommen wollen. Ich stelle Fragen und gebe ehrliches Feedback, aber nehme keine Antworten ab.
Welche Methoden setzt du ein und warum genau diese?
Ich arbeite vor allem mit systemischen und lösungsorientierten Methoden und wähle je nach Anliegen aus, was wirklich weiterhilft, statt einen festen Methodenkatalog abzuarbeiten. Dazu gehören z.B. Perspektivwechsel, Reframing, Stärken- und Ressourcenarbeit, biografische Arbeit, Zielarbeit sowie Methoden zur Entscheidungsfindung und beruflichen Orientierung. Im Gründungscoaching gehören dazu ganz konkret Businessplan, Finanzplan und Tragfähigkeitsbescheinigung. Mir ist wichtig, dass eine Methode kein Selbstzweck ist. Sie soll dabei helfen, Zusammenhänge anders zu sehen, eigene Möglichkeiten greifbarer zu machen daraus etwas Tragfähiges zu entwickeln für den nächsten beruflichen Schritt oder für die eigene Selbstständigkeit.
Wie läuft eine typische Coaching-Einheit bei dir ab?
Eine typische Coaching-Einheit beginnt mit dem, was gerade beschäftigt oder anliegt ohne dabei aus dem Blick zu verlieren, was das Ziel des Coaching-Prozesses ist. Ob neuer Job, berufliche Neuorientierung oder Gründung: Wir behalten das übergeordnete Ziel im Blick und schauen gemeinsam, was es auf dem Weg dorthin gerade braucht. Ich höre genau hin, frage nach, strukturiere und setze die Methode ein, die zur jeweiligen Situation und zum Menschen passen. Im Jobcoaching kann das zum Beispiel bedeuten, Stärken und Erfahrungen neu zu betrachten, berufliche Möglichkeiten auszuloten oder eine konkrete Strategie für den nächsten Schritt zu entwickeln. Im Gründungscoaching kann es darum gehen, eine Geschäftsidee zu schärfen, Zielgruppe und Angebot zu hinterfragen oder aus vielen Ideen einen klaren Business- und Finanzplan zu erstellen und die Tragfähigkeitsbescheinigung zu erhalten. So entsteht Schritt für Schritt mehr Klarheit und aus Klarheit werden konkrete Entscheidungen und nächste Schritte.
Worauf können sich deine Coachees konkret freuen?
Auf einen geschützten Raum, in dem sie offen denken, auch mal zweifeln und neue Möglichkeiten ausprobieren dürfen ohne bewertet zu werden. Darauf, die eigenen Stärken und Erfahrungen mit einem frischen Blick zu betrachten und und daraus etwas Konkretes zu entwickeln: sei es eine neue berufliche Perspektive oder die eigene Geschäftsidee. Auf eine Zusammenarbeit, in der alle Emotionen ihren Platz haben dürfen, vom Lachen bis zu den Tränen.
Gab es in deinem eigenen Werdegang eine berufliche Veränderung, aus der du heute schöpfst?
Ja, sogar mehr als eine. Nach vielen Jahren in verantwortlichen Führungspositionen habe ich selbst erlebt, wie es ist, beruflich an einen Punkt zu kommen, an dem die bisherige Laufbahn nicht automatisch die Antwort auf die Frage gibt, wie es weitergehen soll. Ich war Teilselbständig neben meiner Führungsposition und habe schließlich den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Dabei habe ich selbst erlebt, wie aus vielen Erfahrungen, Fähigkeiten und Ideen erst nach und nach eine klare Positionierung, ein Angebot und schließlich ein konkretes Geschäftsmodell werden. Ich weiß, dass berufliche Veränderung gleichzeitig verunsichern und neue Möglichkeiten eröffnen kann und das die eigenen Erfahrung dabei kein Ballast ist, sondern oft genau das Material, aus dem Neues entstehen kann.
Was war die größte Hürde, die du selbst genommen hast, und was hat dir dabei geholfen?
Eine meiner größten Herausforderungen war immer wieder, den nächsten Schritt zu gehen, bevor ich mich vollkommen sicher gefühlt habe. Das war so, als ich früh Geschäftsführungsverantwortung in einer männlich geprägten Arbeitswelt übernommen habe und viele Jahre später noch einmal, als ich meinen etablierten beruflichen Weg verlassen, mich neu orientiert und schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt habe. Auch persönlich kenne ich Situationen, in denen das Leben plötzlich nicht mehr nach Plan lief und Veränderung keine freiwillige Entscheidung war. Dabei habe ich erlebt, wie viel man schaffen kann und dass gerade schwierige Zeiten manchmal den Anstoß geben, Dinge im eigenen Leben neu zu betrachten und zu verändern. Geholfen haben mir Menschen an meiner Seite, der Blick auf das, was bereits da ist und die Bereitschaft loszugehen. Denn Klarheit entsteht nicht immer vor dem ersten Schritt, manchmal entsteht sie beim Gehen.
Deine formalen Qualifikationen (Abschluss, Coaching-Ausbildung, Zertifikate)?
Diplom-Kauffrau
zertifizierter Coach (QRC)
systemischer Coach
Jobcoach
Train the Trainer
Mediatorin
pferdegestützter Coach (TrainUp & Franziska Müller)
Wie viele Jahre Erfahrung hast du im Coaching beziehungsweise in deinem vorherigen Berufsfeld?
ca. 8 Jahre im Coaching und über 20 Jahre Berufserfahrung
Gibt es einen Satz, den du Interessentinnen gern als Erstes sagen würdest?
Ich glaube, dass Du bereits mehr mitbringst, als Dir vielleicht bewusst ist. Manchmal braucht es nur den richtigen Raum, damit Du Deine eigenen Antworten wieder sehen kannst.